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April 2009
16.04.2009 Datensicherheit
16.04.2009 Micropayment
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift exponentielles Hacking Profit aus Mikrokrediten
 

 
Das Sicherheitsunternehmen Verizon hat 90 IT-Sicherheitslücken überprüft und kommt zu dem Schluss, dass es Cyber-Kriminellen 2008 gelungen ist, insgesamt 285 Mio. elektronisch gespeicherte Einträge ... für eigene Zwecke zu missbrauchen (1). Die Summe übersteigt die zusammen gezählten Zahlen der letzten Jahre und die meisten der kompromittierten Daten - 93 % - sollen aus Unternehmen aus dem Finanzsektor stammen.

Die meisten Gefahren sollen von Mitarbeitern im Zusammenhang mit Computern und Komponenten ausgehen, die als unkritisch eingestuft werden. Jedoch: "Cyber-Kriminelle versuchen in der Regel nicht, mit einer dreisten Attacke die Vordertür einzubrechen. Stattdessen suchen sie sich Schwachstellen im System, durch die sie dann wie durch ein Seitenfenster eindringen", wird einer der leitenden Manager des Unternehmens zitiert, um dann die Dienste seines Unternehmens zur Schaffung einer einheitlichen Security-Infrastruktur anzubieten.

Ein Schuft, der Böses dabei denkt.
 

 
70 Millionen $ hat Nokia in den Handy-Bezahldienst Obopay gesteckt und erwartet eine entsprechende Rendite. Mit diesem Dienst können die Endnutzer Forderungen gegeneinander verrechnen und Bezahlvorgänge durchführen (2). Das ist die eine Seite der Marktmedaille. Wichtiger ist die andere: Profit aus Mikrokrediten.

In den Entwicklungsländern fehlt es vielen Menschen an regulären Bankkonten, Zugriff auf Finanzdienstleistungen haben sie kaum. Doch Mobiltelefone besitzen inzwischen immer mehr. Die Verwendung dieser Geräte als Plattform für Geldgeschäfte, zur Bezahlung von Rechnungen, zum Leihen von Geld oder zum Abstottern von Krediten liegt daher sehr nahe.

Die leichte Verfügbarkeit von Verrechnungskonten und -werten ändert jedoch nichts daran, dass die Schulden bestehen und irgendwann eingefordert werden, wenn das System nicht vorher kollabiert. Bis dahin können die digitalen Kredithaie noch ein paar letzte Rupien aus den Ärmsten der Armen herauslocken.

Das Problem der alternativen Währungssysteme und Bezahldienste ist es, dass sie unkontrolliert und unreguliert veranstaltet werden. Sie können zu einem Investitionsgrab oder zu einem Moloch werden.
 

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(1) Studie: 2008 rund 285 Mio. Datensätze missbraucht, tecchannel 16.04.2009
 

 
(2) David Talbot, Nokia setzt auf mobiles Geld, Technology Review 16.04.2009
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© Dieter Kochheim, 29.07.2009